Süddeutsche Zeitung vom 28. 5. 2001, LKN Seite 6

Bis zu 100 Helfer für einen Film

Kirchheim - "Für eine Hand voll Nudeln mehr", heißt einer der Kurzfilme, der beim Kirchheimer "Kino Open Air" am Freitagabend gezeigt wurde. "Der hat am meisten Preise gewonnen", erklärt der Gymnasiast Christian Gnasmüller, der Mitglied der Film-Gruppe des Kirchheimer Gymnasiums ist. Die Gruppe sorgt seit einiger Zeit mit ihren unter der Leitung von Kunstlehrer Robert Grimbs produzierten Kurzfilmen für Aufsehen bei diversen Filmfestivals.


Trickfilm-Macher Christian Gnasmüller (Foto: Ulla Baumgart)

In "Einer Hand voll Nudeln" geht es um eine Frau, die in ein Lokal kommt, dort Nudeln bestellt und immer noch mehr Nudeln will. Am Ende versinkt sie in italienischen Teigwaren. "Bei unseren Filmen machen unheimlich viele Leute mit", erklärt Gnasmüller. "Wenn man die mitrechnet, die die Vertonung machen, dann können schon mal bis zu 100 Leute an einem Film mitwirken." Sogar die Unterstufe des Kirchheimer Gymnasiums sei bisweilen involviert. "Zu denen sagt Grimbs oft: Jetzt baut einmal dies, bastelt jenes", sagt Gnasmüller grinsend. "So kamen wir unter anderem zu Figuren von Steinzeitmenschen und Modellen von Autos."

Sein letztes Projekt war ein Film, der eine Interview-Szene darstellt. "Meine Partnerin Katharina Kopp spielt darin die Interviewerin, ihr Gegenüber ist aus Knetmasse." Aus der Not blieb der Film ohne Ton. Eine improvisierte Vertonung bei der Aufführung war die Folge. "Wir haben zwei Substantive vom Publikum bekommen, mit denen wir dann den Film live unterlegt haben", erklärt Gnasmüller. Etwas Besonderes sei es im Übrigen schon, die eigenen Filme beim Kirchheimer "Kino Open Air" zu zeigen, "denn hier in Kirchheim zeigen wir sie gar nicht so oft."

Tom Webel

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