Hallo Landkreis Nordost vom 17. 5. 2001, Seite 1 und 2

Open-Air-Kino in Kirchheim

Gemeinschaftsprojekt von JUZ, Gymnasium und Gemeinde

Am Freitag, 25. Mai, ist auf der Wiese neben dem Kirchheimer Jugendzentrum (JUZ) Open-Air-Kino angesagt. Ab 18 Uhr gibt es Trickfilme, um 21 Uhr "Road Trip" und um 23 Uhr "American Beauty". Der Eintritt pro Hauptfilm kostet fünf Mark. Bei schlechtem Wetter wird die Veranstaltung auf Samstag, 26. Mai, verlegt.

Schon der niedrige Eintrittspreis zeigt, dass es sich hier um keine kommerzielle Veranstaltung handelt. Das Gemeinschaftsprojekt von Gymnasium, JUZ und Gemeinde wird hauptsächlich von Jugendlichen organisiert. Das Altersspektrum reicht dabei von Siebtklässlern über Abiturienten bis zu ehemaligen Schülern. Mit von der Partie sind auch Lehrer Mathias Müller, Brigitte Heinsius-Kopp von der Gemeinde, sowie das Leitungsteam des JUZ. In der rund 40-köpfigen Gruppe sind alle gleichberechtigt, und Entscheidungen werden mehrheitlich beschlossen. Obwohl die Organisation mit viel Aufwand verbunden ist, steht für alle der Spaß an der Veranstaltung im Vordergrund.

Entstanden ist die Idee bereits vor vier Jahren am Gymnasium, und zwar im Rahmen des Wahlunterrichts CI (Corporate Identity). Rund 15 Schüler stellten 1998 zusammen mit Mathias Müller das erste Kirchheimer Open-Air-Kino auf die Beine. Wegen schlechten Wetters musste es in letzter Minute in die Aula verlegt werden. Im nächsten Jahr fand es dann im Pausenhof statt. "Am Anfang waren nur die Schüler des Gymnasiums Zielgruppe", berichtet Müller.

Auch techniscsh haben die Organisatoren klein angefangen. In den ersten beiden Jahren wurde eine sechs mal vier Meter große Leinwand aufgebaut – natürlich eigenhändig. Die 16-Millimeter-Filme verfügten nur über Mono-Ton, der über einen Videorecorder abgespielt werden sollte. "Aber das hat nicht geklapp", erzählt Ralf Schumann, einer der Initiatoren und ehemaliger Schüler des Gymnasiums. Da habe man halt improvisieren und etwas "zusammenstöpseln" müssen. Da die Schule kein Geld für Neuanschaffungen hatte, wurde jedes einzelne Kabel nachgelötet.

Nachdem die Veranstaltung regen Zuspruch fand, entstand im letzten Jahr die Idee, sie in größerem Rahmen aufzuziehen. So kam es zu der Zusammenarbeit mit dem JUZ und der Gemeinde, die sich auch finanziell beteiligt. "Wir wollten alle Kirchheimer Jugendlichen zusammenbringen", sagt Müller. Durch die Kooperation sowie Unterstützung durch Sponsoren kommt jetzt auch eine professionelle Technik zum Einsatz: 35-Millimeter-Filme mit Dolby Surround. Im vergangenen Jahr war die Leinwand bereits sechs mal neun Meter groß. Dieses Jahr ist sie sogar sechs mal elf Meter und wird von Profis aufgestellt. Außerdem eignet sich die Wiese neben dem JUZ noch besser als Veranstaltungsort als das Gymnasium.

Bereits beim letzten Mal wurden zwei Filme gezeigt, einer für die Jüngeren ab zwölf Jahren und einer ab 16. Die Auswahl der Filme basiert auf einer Umfrage im Gymnasium und im JUZ. "Mit dem zweiten Film wollen wir auch Erwachsene ansprechen", erklärt Baltasar Cevc, Mitorganisator und ehemaliger Schüler des Gymnasiums. Im vergangenen Jahr hat das gut geklappt. Unter den insgesamt 800 besuchern waren etliche Erwachsene, teilweise auch ganze Familien.

Übrigens gibt es ab dem späten Nachmittag bereits Biergartenbetrieb. Dem engagierten projekt kann man nur noch gutes Wetter wünschen.

Friedlind Lipsky

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